Zwischen Tradition und Moderne

Mittelständische Unternehmen sind heute mehr denn je gezwungen, aufgrund der Anforderungen ihrer Kunden nach Termintreue, Kostenstruktur und Qualität moderne integrierte Informationssysteme auf allen betrieblichen Ebenen einzusetzen. So auch die Coburger Hermann Koch GmbH. Der Verpackungsspezialist für die Kosmetikindustrie und Pharmazie setzt dabei auf die bewährte Software-Lösung von rzw_cimdata.

Zwischen Tradition und Moderne – In diesem Spannungsfeld bewegt sich die Coburger Hermann Koch GmbH. Bereits 1914 von Hermann Koch als Metallwarenfabrik gegründet, hat sich das traditionsreiche Familienunternehmen mittlerweile zu einem modernen Her steller von Kunststoffverpackungen für die Kosmetikindustrie entwickelt. Offenheit für Innovationen und Investitionsbereitschaft war dabei stets mit der Wahrung traditioneller Werte wie dem Bekenntnis zur sozialen Verpflichtung, der Harmonie in der Unterneh­mensführung sowie der festen Identifikation der Mitarbeiter mit der Firma verbunden.

Eine betriebswirtschaftliche Komplettlösung - Warum?

Einen möglichen Ausweg aus dieser Situation verhieß der Einsatz einer modernen be triebswirtschaftlichen Software. Sie sollte eine durchgängige Datenverarbeitung vom La ger über die Fertigung bis hin zum Vertrieb und Finanzwesen ermöglichen. Für die Unternehmensleitung war zudem die Abbildung des Fertigungsprozesses sowie die nachhaltige Sicherung der fertigungsspezifischen Mitarbeiter-Kompetenz weitere wichtige Beweggründe zur Einführung einer integrierten Software.

Integration, Flexibilität und Spezialisierung als wichtige Auswahlkriterien

Bereits 1993 wurden entsprechende Überlegungen zur Einführung einer integrierten Soft ware angestoßen, jedoch erst drei Jahre später konkret umgesetzt. Im Frühjahr 1995 er stellte die Unternehmensleitung zusammen mit Spezialisten aus den Fachabteilungen und der EDV einen ersten Anforderungskatalog und führte darauf basierend eine Analyse der am Markt vorhandenen Lösungen durch. Gefordert war ein Anbieter, der mit seinem Stan dardsystem bereits über umfassende Erfahrung in der Kunststoffertigung verfügte und dessen Lösung neben der Fertigung auch die anderen zentralen Unternehmensbereiche abbilden konnte. Denn nach Aussagen von EDV-Leiter Oliver Mechtold war von An beginn geplant, sämtliche bereits vorhandene Lösungen durch die neue Standard-Software zu ersetzen. "Das Risiko einer Integration der alten Programme wollten wir nicht eingehen, zumal diese nicht für die Jahr 2000- und Euro-Umstellung gewappnet waren. Ein späteres Nachbessern sollte vermieden werden."

Von den am Markt verfügbaren Lösungen kristallisierten sich fünf heraus, die auf Herz und Niere getestet wurden. Unter anderem wurden System-Demonstrationen mit verschie denen Koch-Artikeln in Coburg durchgeführt. Letztlich fiel im November1996 die Entscheidung für PPS-cd/2000 der cimdata GmbH, die heute als rzw-cimdata Gesellschaft für Software-Entwicklung und Beratung mbH firmiert. Die Software des Spezialisten für die Kunststoff- und Holzindustrie hatte sich als leistungsfähiges Standardsystem erwiesen, das die gewünschten Unternehmensbereiche abdecken konnte und aufgrund seines modu laren Aufbaus überschaubar und einfach zu administrieren war.

Letzteres war zum Beispiel ein Argument, das für die Koch-Entscheidungsträger gegen R/3 von SAP und auch gegen die Baan-Lösung Triton sprach. "Wir wollten in jedem Fall eine branchenbezogene Standardsoftware installieren und dennoch die Gewähr haben, not wendige Anpassungen durchführen zu können, ohne daß bei Release-Wechseln ein Son deraufwand betrieben werden muß. Außerdem sollte die Administration insgesamt mög lichst einfach und eigenständig von uns zu handhaben sein", begründet EDV-Leiter Oliver Mechtold die Entscheidung und verweist zugleich auf die Branchenkompetenz von Soft ware und Anbieter. "Daß cimdata auf die Kunststoffertigung spezialisiert ist, über eine um fassende Installationsbasis mit sehr guten Referenzen verfügt und als mittelständisches Un ternehmen unsere Bedürfnisse genau kannte, war dabei mit ausschlaggebend."

Hard- und Software-Wechsel Schritt für Schritt

Die eigentliche Implementierung des Systems begann im Frühjahr 1997. Vorgesehen war, die gesamte Alt-Installation bei der Hermann Koch GmbH durch die rzw_cimdata-Lösung sowie eine neue Hardware zu ersetzen. Das vorhandene IBM-S/36 System wurde von einem PC-Server mit Windows NT 4.0 abgelöst, auf den die Koch-Mitarbeiter heute über 35 NT-Workstations via Ethernet zugreifen. Die dadurch gewährleistete Einheitlichkeit des Betriebssystems am Server und den Arbeitsplatz-PC's war ebenfalls eine zentrale Forde rung der EDV.

Den Anfang bei der Einführung der neuen Software machte das Finanzwesen, dem einzi gen Teilbereich des Unternehmens, aus dem Altdaten zu übernehmen waren. Es folgten der Einkauf und Verkauf, der erst nach einer zeitaufwendigen Anlage der entsprechenden Arti kelstammdaten eingeführt werden konnte. Sämtliche Daten waren neu zu strukturieren und anzulegen. Die Integration der Fertigung vollzog sich ebenfalls sukzessive im Laufe des Jahres 1998. Hier war zunächst ein schlüssiges Konzept zu erarbeiten, welche Daten über haupt zu berücksichtigen und in welcher Form vorzuhalten sind - keine leichte Aufgabe, wie Oliver Mechtold betont: "Es war schon ein Problem. Sämtliche Daten mußten nach und nach 'gesammelt' und zu einem entsprechenden Gerüst geformt werden. Große Pro bleme haben uns dabei die vielen Varianten und Produktionsmöglichkeiten gemacht."
Termin für die Übernahme in den Echtbetrieb war der erste Januar 1998. Dieser konnte letztlich gehalten werden, obwohl in der zweiten Projektphase Schwierigkeiten mit dem Betriebssystem auftraten, das sich zunächst als instabil erwiesen hatte. Aufgrund eines durchdachten Projektmanagements und einer sehr guten Zusammenarbeit aller Projektbe teiligten waren die damit verbundenen Verzögerungen aber wieder aufzuholen. Dabei wur den die Altsysteme und die neu installierte Lösung nur zwei Monate parallel geführt.

Eine runde Lösung: Die Software im Einsatz

Unternehmensübergreifend nutzen heute ca. 35 Mitarbeiter das neue Komplettsystem, das nach den anfänglichen Instabilitäten Woche für Woche von Montag bis Samstag mittag stabil durchläuft. Neben der Fertigung mit den Anwendungsbereichen Fertigungssteue rung, Betriebsdatenerfassung, Zeit- und Materialwirtschaft, Disposition, Einkauf und Kal kulation kommt die rzw_cimdata-Lösung auch in der Finanzbuchhaltung und im Vertrieb zum Einsatz.
Befragt nach den ersten Ergebnissen der Arbeit mit der neuen Standard-Software bestätigt Oliver Mechtold: "Wir verfügen heute über eine klar strukturierte und schlanke EDV-Lösung, die unsere Geschäftsprozesse unterstützt und die benötigten Daten in fast jeder ge wünschten Stufe zur Verfügung stellt". Das gilt insbesondere für die Fertigung, in der nun mehr aktuelle Daten über den IST-Zustand von Maschinen und Arbeitsplätzen bereit stehen. Die Erfassung der Daten über das in cd/2000 integrierte BDE-Modul gewährleistet eine lückenlose Protokollierung von Arbeits-, Pausen- und Stillstandszeiten. Die Ferti gungsdokumentation hat sich soweit verbessert, daß der Status eines Auftrages oder Ar beitsplatzes jederzeit abzurufen ist. "Gegenüber Kunden sind wir somit in der Lage, prä zise und verbindliche Auskünfte zu Lieferterminen geben zu können, was unsere Ferti gungs- und Bewirtschaftungskompetenz nach außen unterstreicht", betont der Koch-EDV-Leiter.
Nimmt ein Kunde beispielsweise ein mit dem System erstelltes Angebot an, wird es mit den hinterlegten Angaben zu einem Auftrag übernommen, um weitere auftragsspezifische Daten ergänzt und mit einem Liefertermin, der heute noch aus der Fertigung kommt, ver sehen. Auftragsbestätigung und Fertigungspapiere werden ausgedruckt. Parallel dazu er folgt eine automatische Prüfung der Disposition auf notwendige Einkaufsvorgänge oder ob Arbeiten möglicherweise extern vergeben werden müssen. Während der Produktion wer den die einzelnen Fertigungsstufen gemeldet. Nach Fertigstellung erfolgt der Versand an den Kunden. Rechnung, Lieferschein und Versandpapiere werden erstellt und die Daten in die Finanzbuchhaltung und Provisionsabrechnung überstellt.
Wichtig für die Kunststoffertigung ist die vom System unterstützte Hinterlegung werk zeugspezifischer Daten und Verfügbarkeitsprüfung über mehrere Fertigungsschritte hin weg. So läßt sich ermitteln, ob ein Werkzeug oder eventuell auch Teile von Werkzeugen, die richtige Maschine, das Material oder Farbmittel vorhanden sind oder ob weitere Mittel hinzugekauft bzw. Kapazitäten bei Fremdlieferanten in Anspruch genommen werden müs sen. Mit den hinterlegten Angaben zur Einsatzplanung von Werkzeugen können Fehlbe stückungen von Maschinen vermieden werden, die wiederum reparaturbedingte Still standszeiten und Werkzeugkosten minimieren sowie durch die Vermeidung von Ausschuß die Materialkosten senken.

Optimierungen möglich
Verbesserungswürdig sieht der EDV-Leiter die noch nicht vollständig vorhandenen Funktionen zur freien Generierung von Formularen und die funktionale Unterstützung von e-commerce-Anforderungen. Doch hat rzw_cimdata hier mit dem im Mai 1999 verfügbaren Release 5.0 weitere Verbesserungen zugesagt. Dann wird in PPS-cd/2000 auch ein universeller Formulargenerator zur Verfügung stehen und eine Online Kunden- und Interessenten-Anbindung in tegriert sein, wie Dr. Wolfgang Hölzer, Geschäftsführer der rzw_cimdata GmbH, versichert. Zu gleich wird PPS cd/2000 mit einer neuen, graphischen Fertigungsplanung aufwarten, die eine weitgehende Unterstützung bei der operativen Bearbeitung von Planungsdaten, die durch die Basisfunktionen des Systems und die integrierten betriebswirtschaftlichen Lö sungen generiert werden, gewährleistet. Die Transparenz in der Fertigung wird sich da durch nochmals erhöhen. Allerdings ist bei Koch noch nicht geklärt, ob angesichts der mit der Fließfertigung verbunden Variantenfielfalt die graphische Feinplanungsmöglichkeit tatsächlich in Anspruch genommen werden kann. Die Übernahme der Grobplanung durch das bereits installierte System stellt hier bereits schon eine große Unterstützung dar.

Fazit

Trotz der genannten Kritikpunkte ist Oliver Mechtold alles andere als unzufrieden mit dem Einführungsprojekt, dem Software-Anbieter oder der Software selbst. Die Entscheidung der Unternehmensleitung hat sich für Ihn angesichts der durchgängigen Abbildung der Geschäftsprozesse und der damit gewährleisteten Transparenz bezahlt gemacht. Zahlen will der EDV-Leiter keine nennen. Aber mit einer Amortisation des Projektes rechnet er nach ca. zwei bis drei Jahren. Bis dahin wird die Hermann Koch GmbH auch die durchgängige Integration von Workflow-Funktionalitäten realisiert haben. Der Weg zu weiterem Wachstum ist damit geebnet.



Weitere Informationen zu Fa. Koch

Hermann Koch GmbH
Oliver Mechtold
Fabrikweg 3
96450 Coburg
Tel: 09561/ 240-233, Fax: -234
Internet: www.hkoch.de
 
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